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23.12.2018

Prostatakrebs: Test für Metastasen-Risiko

pte20181212014 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

Prostatakrebs: Test für Metastasen-Risiko

Analyseverfahren von Forschern des Albert Einstein College of Medicine ist rascher und billiger


Test: neuer Ansatz im Kampf gegen Prostatakrebs (Foto: jmd.amjpathol.org)
Test: neuer Ansatz im Kampf gegen Prostatakrebs (Foto: jmd.amjpathol.org)

New York (pte014/12.12.2018/10:30) - Für Männer mit neu diagnostiziertem Prostatakrebs und jene, die bereits behandelt wurden, ist die Einschätzung des Risikos von Metastasen von Bedeutung, wenn es um die Therapiewahl geht. Bei Prostatakrebs wird das primäre Tumorwachstum oder die Ausbreitung durch Vermehrung oder Löschungen von Teilen des Genoms mit der Bezeichnung Copy Number Alterations (CNAs) bestimmt.

Forscher des Albert Einstein College of Medicine http://einstein.yu.edu haben einen neuen Test entwickelt, der eine kostengünstigere, schnellere und wiederholbare Beurteilung von CNAs ermöglicht. Zusätzlich wird weniger Gewebe als bei anderen Diagnoseverfahren benötigt. Bei rund 16 Prozent der Erkrankungen an Prostatakrebs kommt es zur Bildung von Metastasen. Sie sind für acht Prozent der Sterbefälle der betroffenen Patienten verantwortlich. Die Forschungsergebnisse wurden in "The Journal of Molecular Diagnostics" veröffentlicht.

Schnellerer Nachweis

Eine genauere Vorhersage zum Zeitpunkt der Diagnose ermöglicht es, jene Männer zu identifizieren, bei denen ein Risiko besteht und die daher von einer aggressiven Behandlung profitieren würden. Der Nachweis von CNAs in Prostatagewebe oder Blut kann Hinweise darauf liefern, ob eine bereits diagnostizierte Erkrankung weiter fortgeschritten ist. Die vermehrten oder gelöschten Gene stellen laut den Forschern neue Ziele für die Behandlung von aggressivem Prostatakrebs dar.

Laut dem Forschungsleiter Harry Ostrer konnte gezeigt werden, dass CNAs mit der neuen Untersuchung mit der Bezeichnung "Next-Generation Copy Number Alteration" (NG-CNA) rasch und genau nachgewiesen werden können. Die Auswirkungen dieser Informationen sind zweifach. Es kann sichergestellt werden, dass Männer, bei denen wahrscheinlich Metastasen auftreten werden, bereits zum Zeitpunkt der Diagnose die richtige Behandlung erhalten und dass bei Männern ohne dieses Risiko eine Überbehandlung vermieden wird.

Sequenzierungsverfahren

Bei der NG-CNA handelt es sich um ein gezieltes Sequenzierungsverfahren, das 902 genomische Stellen analysiert, die zu 194 genomischen Bereichen gehören. Im Vergleich mit dem der Untersuchung "Comparative Genomic Hybridization" kann NG-CNA die Proben schneller verarbeiten und die Kosten pro Probe senken. Laut Ostrer sind Kosten von 20 bis 40 Dollar möglich. Eine vollständige Sequenzierung des Genoms würde laut dem Forscher fast 1.000 Dollar kosten.